Kurz gesagt
Die Fastenzeit 2027 beginnt am Aschermittwoch, 10. Februar, und führt auf Ostern am 28. März zu. Die Kirche versteht sie als Zeit der Umkehr mit drei alten Formen der Buße: Fasten, Beten und Almosengeben (KKK 1434). Für einen Mann, der von Pornografie frei werden will, ist sie ein guter Rahmen: wenige konkrete Vorsätze, ein Plan für die schweren Abende und eine Beichte auf dem Weg nach Ostern.
Stand: · Michael Porwol
Was die Fastenzeit ist
Die Fastenzeit ist die Vorbereitung der Kirche auf Ostern. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet nach der liturgischen Ordnung vor der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag. Die vierzig Tage sind dabei liturgisch und biblisch-symbolisch zu verstehen, nicht als genaue Zählung der Kalendertage. 2027 heißt das:
| Tag | Datum |
|---|---|
| Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit | Mittwoch, 10. Februar 2027 |
| Josefstag (Hochfest) | Freitag, 19. März 2027 |
| Palmsonntag, Beginn der Karwoche | 21. März 2027 |
| Gründonnerstag, Abendmahlsmesse | 25. März 2027 |
| Karfreitag | 26. März 2027 |
| Ostersonntag | 28. März 2027 |
Der Katechismus nennt die Fastenzeit und jeden Freitag „prägende Zeiten im Bußleben der Kirche“. Diese Zeiten eignen sich ganz besonders „zu Exerzitien, Bußliturgien und Bußwallfahrten, zu freiwilligen Verzichten etwa durch Fasten und Almosengeben, und zum Teilen mit den Mitmenschen“ (KKK 1438).
Verpflichtend ist dabei wenig, und das ist klar geregelt. Am Aschermittwoch und am Karfreitag gelten Fasten und Abstinenz (CIC can. 1251). Fasten heißt eine volle Mahlzeit am Tag; etwas Nahrung am Morgen und am Abend ist nicht ausgeschlossen. Die Deutsche Bischofskonferenz spricht von einer einmaligen Sättigung. Abstinenz heißt Verzicht auf Fleischspeisen. Das Abstinenzgebot gilt ab dem vollendeten 14. Lebensjahr, das Fastengebot für Volljährige bis zum Beginn des 60. Lebensjahres (CIC can. 1252). Wer krank ist, sollte das mit Arzt und Seelsorger klären. Alles andere wählst du frei.
Warum gerade die Fastenzeit
Vielen fällt ein Neuanfang leichter, wenn er einen klaren Anfang hat. Die Fastenzeit hat einen klaren ersten Tag, ein klares Ende und eine ganze Kirche, die zur selben Zeit dasselbe versucht. Du gehst nicht allein los.
Dazu kommt der Inhalt. Fastenzeit heißt Umkehr: weg von dem, was dich klein macht, hin zu Gott und zu den Menschen. Der Katechismus nennt dafür drei Formen, die schon die Schrift und die Kirchenväter kennen: „Fasten, Beten und Almosengeben“, als Äußerungen der Buße „gegenüber sich selbst, gegenüber Gott und gegenüber den Mitmenschen“ (KKK 1434). Jesus spricht in der Bergpredigt von allen dreien (Mt 6,1–18). Das ist genau das Feld, auf dem Pornografie dich angreift: in deinem Verhältnis zu dir selbst, zu Gott und zu anderen.
Eine Klarstellung vorweg: Von Pornografie zu lassen ist kein freiwilliger Verzicht wie der auf Süßigkeiten, den man an Ostern wieder beendet. Es ist das Ziel. Fasten, Beten und Teilen sind die Übungen, die dich auf dieses Ziel hin trainieren.
Gebet, Fasten, Almosen: ganz konkret
Was folgt, sind praktische Vorschläge, keine Vorschriften. Nimm aus jeder Spalte höchstens eins.
| Vorschlag | Warum es hilft | |
|---|---|---|
| Beten | Jeden Morgen zwei Minuten, bevor du aufs Handy schaust. Abends fünf Minuten Rückblick auf den Tag. | Der Tag beginnt nicht mit dem Bildschirm, und du kannst lernen, wann es schwer wird. |
| Fasten | Kein Handy im Schlafzimmer. Ab 22 Uhr keine sozialen Netzwerke. Am Aschermittwoch und Karfreitag das Fasten der Kirche. | Wenn du bestimmte Orte oder Uhrzeiten als Risiko erkennst, kann es helfen, dort deine Gewohnheiten zu ändern. |
| Almosen | Einen festen Betrag geben. Jede Woche eine Stunde für einen Menschen, der dich braucht. | Pornografie kann einsam machen und dreht sich um dich. Teilen kann den Blick nach außen lenken. |
Fasten kann hier noch einen zweiten Sinn haben. Manche erleben, wenn sie bewusst eine Zeit hungrig bleiben und merken, wie der Hunger kommt und wieder geht, dass sie auch mit einem Drang anders umgehen können: Er muss nicht sofort etwas entscheiden.
Vorsätze, die tragen
Ein Vorsatz, der zu groß und zu ungenau ist, hält oft nicht lange. „Ich will sauber bleiben“ ist ein Wunsch, kein Plan. Hilfreicher ist ein Wenn-Dann-Satz für die Situation, in der es sonst kippt:
- „Wenn ich abends allein auf dem Sofa sitze und das Handy greife, lege ich es in die Küche und gehe ins Bett.“
- „Wenn ich nach einem schlechten Tag merke, dass der Drang kommt, rufe ich meinen Bruder an oder gehe zehn Minuten raus.“
- „Wenn ich am Sonntag merke, dass die Woche schwer war, gehe ich in der nächsten Woche zur Beichte.“
Schreib deine zwei oder drei Sätze auf und leg sie dorthin, wo du sie siehst. Sprich sie mit einem Menschen ab, dem du vertraust, mehr dazu unter Accountability-Partner. Und plane die Beichte gleich mit ein: Die Fastenzeit eignet sich nach dem Katechismus besonders für Bußliturgien (KKK 1438), und viele Pfarreien bieten vor Ostern zusätzliche Beichtgelegenheiten an.
Der 19. März ist das Hochfest des heiligen Josef. Er fällt 2027 auf den Freitag der fünften Fastenwoche und ist ein Tag, an dem du dich freuen darfst, und ein guter Tag, den heiligen Josef um Hilfe für die Keuschheit zu bitten. Gebete dazu stehen unter Keuschheit als Mann und Gebete um Reinheit.
Der erste Tag
Mach den Aschermittwoch zu einem echten Anfang. Ein Vorschlag für den Tag: Geh zur Messe oder zu einem Gottesdienst mit Aschenkreuz. Halte das Fasten der Kirche. Nimm dir am Abend zwanzig Minuten, schreib deine zwei oder drei Wenn-Dann-Sätze auf und richte gleich ein, was du dir vorgenommen hast: das Ladekabel in die Küche, die Sperre auf dem Handy, den Termin mit deinem Freund. Was am ersten Abend schon eingerichtet ist, musst du an einem müden Abend nicht mehr entscheiden.
Wenn du in der Fastenzeit fällst
Die Fastenzeit ist kein Wettbewerb um die längste Serie. Wenn du fällst, ist die Fastenzeit nicht verloren, und du fängst nicht bei null an. Der Katechismus sagt, dass die Keuschheit Gesetzen des Wachstums folgt und Stufen durchläuft, in denen sie noch unvollkommen und für die Sünde anfällig ist (KKK 2343). Ein Fall ist ernst, aber er ist kein Urteil über dich.
Steh am selben Tag wieder auf. Schau ohne Selbstbeschimpfung, was vorher war: Uhrzeit, Ort, Müdigkeit, Einsamkeit. Sag es einem Menschen. Trag dir eine Beichtzeit ein. Ein Plan für die ersten 24 Stunden steht unter Rückfall: Was jetzt?
Gemeinsam statt allein
Vielen Männern hilft weniger ein besserer Vorsatz als ein anderer Mann, der denselben Weg geht. Wenn du keinen hast, frag in deiner Pfarrei, bei Freunden oder in einer Männergruppe. Consurgam startet mit einer Fastenzeit-Kohorte am Aschermittwoch, 10. Februar 2027, für die es eine Warteliste gibt.
Fragen
Wann beginnt die Fastenzeit 2027?
Am Aschermittwoch, dem 10. Februar 2027. Die Fastenzeit endet vor der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag, dem 25. März. Dann folgen Karfreitag und Karsamstag, und am 28. März ist Ostern.
Was sind gute Fastenvorsätze für Männer?
Wenige und konkrete: einer zum Beten (etwa zwei Minuten jeden Morgen), einer zum Fasten (etwa kein Handy im Schlafzimmer) und einer zum Teilen (etwa ein fester Betrag oder eine feste Zeit für einen anderen Menschen). Jeder Vorsatz sollte so klar sein, dass du am Abend weißt, ob du ihn gehalten hast.
Was ist in der Fastenzeit für Katholiken Pflicht?
Am Aschermittwoch und am Karfreitag gelten Fasten und Abstinenz (CIC can. 1251). Das Abstinenzgebot gilt ab dem vollendeten 14. Lebensjahr, das Fastengebot für Volljährige bis zum Beginn des 60. Lebensjahres (CIC can. 1252). Fasten heißt: eine volle Mahlzeit am Tag, etwas Nahrung am Morgen und am Abend ist erlaubt. Abstinenz heißt Verzicht auf Fleisch. Die übrigen Vorsätze wählst du frei.
Kann ich mir als Fastenvorsatz vornehmen, keine Pornos mehr zu schauen?
Ja, aber es ist mehr als ein Fastenvorsatz. Von Pornografie zu lassen ist kein freiwilliger Verzicht wie der auf Süßigkeiten, sondern das eigentliche Ziel der Umkehr, und es endet nicht an Ostern. Die Fastenzeit hilft dir dabei mit kleinen Übungen im Fasten, Beten und Teilen, die dich auf dieses Ziel hin trainieren.
Was tun, wenn ich meinen Fastenvorsatz breche?
Wieder aufstehen, am selben Tag. Ein Fall macht die Fastenzeit nicht wertlos und setzt nichts auf null. Schau ohne Selbstbeschimpfung, was vorher war, sag es einem Menschen, dem du vertraust, und trag dir eine Beichtzeit ein.
Quellen
- Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1434–1439 (Die vielfältigen Formen der Buße), vatican.va – https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P4H.HTM
- Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2342–2343 (Berufung zur Keuschheit), vatican.va – https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P8B.HTM
- Codex des kanonischen Rechtes, can. 1249–1253 (Bußtage), vatican.va – https://www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro4_cann1249-1253_ge.html
- Universität Würzburg, Kanon des Monats: c. 1251 Fasten und Abstinenz (zur Partikularnorm der Deutschen Bischofskonferenz von 1995), 2023 – https://www.theologie.uni-wuerzburg.de/fileadmin/01040800/2023/KdM_11__1251__Fasten_und_Abstinenz.pdf
- Paul VI., Apostolische Konstitution Paenitemini, 1966, Normen III (Fasten: eine volle Mahlzeit, etwas Nahrung morgens und abends), englische Fassung, vatican.va – https://www.vatican.va/content/paul-vi/en/apost_constitutions/documents/hf_p-vi_apc_19660217_paenitemini.html
- Universal Norms on the Liturgical Year and the Calendar, Nr. 28–29 (englische Übersetzung), Liturgy Office England and Wales – https://www.liturgyoffice.org/Calendar/Info/GNLY.pdf
- Die Bibel, Einheitsübersetzung 2016, Mt 6,1–18, bibleserver.com – https://www.bibleserver.com/EU/Matth%C3%A4us6