Kurz gesagt

Ein, zwei Sätze genügen, zum Beispiel: „Ich habe seit meiner letzten Beichte etwa zehnmal Pornografie angeschaut und mich dabei selbst befriedigt.“ Bilder und Ausschmückungen musst du nicht beschreiben. Schwere Sünden, deren du dir bewusst bist, bekennst du nach Art und Zahl (CIC can. 988). Der Priester fragt, wenn überhaupt, mit Klugheit und Behutsamkeit nach (can. 979), und er darf nichts davon je weitersagen (KKK 1467).

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Stand: · Michael Porwol

Warum es so schwer ist, das auszusprechen

Viele Männer gehen jahrelang nicht zur Beichte, nur wegen dieses einen Satzes. Sie stellen sich vor, wie der Priester reagiert, ob er sie erkennt, was er von ihnen denkt. Manche beichten alles andere und lassen genau das weg.

Ignatius von Loyola beschreibt diese Lage sehr genau. In seinen Regeln zur Unterscheidung der Geister vergleicht er den Feind mit einem Verführer, der will, dass seine Worte geheim bleiben. Nichts ist ihm unangenehmer, als wenn man sie einem guten Beichtvater oder einem anderen geistlichen Menschen offenlegt, denn dann merkt er, dass er mit seinem Vorhaben nicht durchkommt (Geistliche Übungen, Nr. 326). Die Scham, die dich vom Beichtstuhl fernhält, arbeitet also nicht für dich.

Der Katechismus sagt es ganz nüchtern: „Schon rein menschlich gesehen befreit uns das Bekenntnis“ (KKK 1455). Wer es ausspricht, stellt sich der Sache, übernimmt Verantwortung und öffnet sich neu für Gott und die Kirche, „um so eine neue Zukunft zu ermöglichen“.

Vorher: zehn Minuten Gewissenserforschung

Die Kirche empfiehlt, sich mit einer Gewissenserforschung im Licht des Wortes Gottes vorzubereiten (KKK 1454). Für dieses Thema kannst du dir dabei drei einfache Fragen stellen:

  • Wann war meine letzte Beichte? Ungefähr reicht: „vor zwei Monaten“, „vor etwa zehn Jahren“.
  • Was habe ich getan? Pornografie angeschaut, Selbstbefriedigung, vielleicht noch etwas anderes, das dir auf dem Herzen liegt.
  • Wie oft ungefähr? Eine ehrliche Schätzung genügt.

Schreib dir die Antworten in zwei, drei Stichworten auf. Dann musst du im Beichtstuhl nicht suchen, und die Aufregung kann dir den Satz nicht nehmen.

Eine Unterscheidung nimmt viel Druck heraus: Versucht zu werden ist nicht dasselbe, wie der Versuchung zuzustimmen (KKK 2847). Ein Gedanke oder Bild, das kam und das du nicht wolltest, ist keine Tat, die du aufzählen musst. Wenn du dir bei etwas wirklich unsicher bist, sag genau das: „Ich weiß nicht, ob ich da zugestimmt habe.“ Dann kannst du es mit dem Beichtvater besprechen, statt allein darüber zu grübeln.

Die Worte: Sätze, die genügen

Du brauchst keine schönen Formulierungen. Klar und knapp ist besser als lang und verschämt. Ein paar Beispiele:

  • „Ich habe seit meiner letzten Beichte etwa zehnmal Pornografie angeschaut und mich dabei selbst befriedigt.“
  • „Das ist bei mir seit Jahren eine Gewohnheit. Ungefähr zweimal pro Woche.“
  • „Ich bin verheiratet, und meine Frau weiß nichts davon.“ Diesen Satz musst du nicht sagen. Er kann aber helfen, wenn du einen Rat für deine Ehe suchst.
  • „Ich war seit fünfzehn Jahren nicht mehr beichten. Bitte helfen Sie mir.“

Was die Kirche verlangt, ist klar umrissen: Alle schweren Sünden, deren du dir nach sorgfältiger Gewissenserforschung bewusst bist, sollst du nach Art und Zahl bekennen (CIC can. 988 §1; KKK 1456). „Art“ heißt: was du getan hast. „Zahl“ heißt: wie oft, so gut du es weißt. Bilder, Inhalte oder Seiten musst du nicht beschreiben. Nur wenn ein Umstand die Art der Sünde ändert, nennst du ihn knapp. Im Zweifel fragst du den Priester.

Ob es in deinem Fall eine schwere Sünde war, kann diese Seite nicht beurteilen. Die Kirche nennt Pornografie eine schwere Verfehlung (KKK 2354), und sie nennt zugleich Umstände wie die Macht der Gewohnheit, die die Schuld mindern können (KKK 2352). Was davon für dich gilt, gehört in das Gespräch mit dem Beichtvater. Mehr dazu unter Ist Pornografie eine Todsünde?

So läuft die Beichte ab

Der Ablauf unterscheidet sich je nach Ort ein wenig, und der Priester führt dich durch. Meist sieht er so aus:

  1. Begrüßung und Kreuzzeichen. Der Priester begrüßt dich, ihr macht das Kreuzzeichen. Manchmal liest er ein kurzes Wort aus der Bibel.
  2. Wann die letzte Beichte war. Ein Satz: „Meine letzte Beichte war vor etwa drei Monaten.“ Wenn du magst, sagst du kurz etwas zu deiner Lage, etwa ob du verheiratet bist.
  3. Das Bekenntnis. Deine zwei, drei Sätze. Zum Schluss kannst du sagen: „Diese und alle meine Sünden tun mir leid.“
  4. Ein Wort des Priesters. Er gibt dir vielleicht einen Rat oder fragt nach. Das ist ein guter Moment, um zu sagen: „Können Sie mir einen konkreten Schritt mitgeben?“
  5. Die Buße. Der Priester gibt dir eine Buße auf, oft ein Gebet. Sie soll deinem geistlichen Wohl dienen (KKK 1460), und du verrichtest sie selbst (CIC can. 981).
  6. Reue. Du drückst deine Reue aus, mit einem Reuegebet oder in eigenen Worten, zum Beispiel: „Mein Gott, es tut mir von Herzen leid, dass ich gesündigt habe. Mit deiner Gnade will ich mich bessern. Erbarme dich meiner.“
  7. Die Lossprechung. Der Priester spricht die Worte, die der Katechismus wiedergibt: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt …“ und schließt: „So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (KKK 1449). Du antwortest: „Amen.“

Viele Kirchen bieten neben dem Beichtstuhl mit Gitter auch ein Beichtgespräch im Sprechzimmer an. Was dir leichter fällt, darfst du wählen. Wenn du nervös bist, sag es am Anfang einfach: „Ich bin ziemlich aufgeregt.“ Das erleichtert beiden das Gespräch.

Was der Priester fragen darf

Manche fürchten ein Verhör. Das Kirchenrecht sagt das Gegenteil: Sofern der Priester Fragen stellen muss, soll er „mit Klugheit und Behutsamkeit“ vorgehen und dabei Verfassung und Alter des Beichtenden berücksichtigen (CIC can. 979). Wenn er nachfragt, dann meist, um deine Lage zu verstehen und dir gut raten zu können, etwa ob es eine lange Gewohnheit ist oder was dir bisher geholfen hat. Antworte ehrlich und knapp.

Und hat der Beichtvater keinen Zweifel daran, dass du bereust und umkehren willst, darf er die Lossprechung weder verweigern noch aufschieben (CIC can. 980).

Was er nie tun darf

Der Priester darf nichts von dem, was du ihm in der Beichte sagst, weitergeben. Das Beichtgeheimnis ist unverletzlich (CIC can. 983 §1). Der Katechismus nennt es das „sakramentale Siegel“: Es lässt keine Ausnahmen zu, und der Priester darf auch keine Kenntnisse verwenden, die er aus der Beichte über dein Leben hat (KKK 1467).

Wenn es lange her ist

Wer seit Jahren nicht mehr beichten war, hat oft das Gefühl, er müsse erst sein ganzes Leben ordnen. Das musst du nicht allein. Sag zu Beginn, wie lange es her ist, und bitte den Priester um Hilfe. Du kannst auch vorher nach einem Termin für ein längeres Beichtgespräch fragen, viele Pfarreien bieten das an.

Und wenn dir der Weg noch zu weit scheint: Reue, die aus der Liebe zu Gott kommt, erlangt nach der Lehre der Kirche schon jetzt Vergebung, auch schwerer Sünden, wenn sie mit dem festen Entschluss verbunden ist, sobald wie möglich zu beichten (KKK 1452). Sie ersetzt die Beichte nicht. Sie ist der Anfang des Weges dorthin.

Danach

Verrichte die Buße bald, am besten noch am selben Tag. Dann nimm einen einzigen kleinen Schritt mit, der deinen Vorsatz trägt, etwa: Das Handy liegt nachts in der Küche. Wie du mit wiederkehrenden Fällen umgehst, steht unter Immer dieselbe Sünde beichten, und was in der schweren Minute hilft, unter Gebet in der Versuchung.

In Consurgam gibt es dafür eine kostenlose Beichthilfe mit den Schritten der Beichte und einer Notiz für den Beichtvater. Die Notiz bleibt nur auf deinem Gerät. Die App sagt dir nicht, ob etwas eine Todsünde war oder ob du zur Kommunion gehen kannst. Das gehört zu deinem Gewissen und zu deinem Beichtvater.

Fragen

Muss ich sagen, was genau ich angeschaut habe?

Nein, Bilder und Inhalte musst du nicht beschreiben. Bekennen sollst du, was du getan hast und ungefähr wie oft. Kam ein Umstand dazu, der die Art der Sünde ändert, nennst du ihn knapp. Wenn du unsicher bist, ob etwas eigens genannt werden muss, frag den Priester kurz. Er hilft dir.

Muss ich die Selbstbefriedigung extra nennen?

Wenn sie dazukam, ja, mit einem Wort. Der Katechismus behandelt Pornografie und Selbstbefriedigung als zwei verschiedene Handlungen (KKK 2352, 2354). Ein Satz deckt beides ab: „Ich habe Pornografie angeschaut und mich dabei selbst befriedigt, etwa so oft.“

Was, wenn ich die genaue Zahl nicht mehr weiß?

Dann nennst du ehrlich die ungefähre Häufigkeit, etwa „ungefähr zweimal pro Woche, seit drei Monaten“. Verlangt ist die Zahl, soweit du sie nach sorgfältiger Gewissenserforschung kennst (CIC can. 988), kein Protokoll. Was du nach ehrlichem Nachdenken nicht mehr weißt, musst du nicht erfinden.

Erzählt der Priester es jemandem weiter?

Nein. Das Beichtgeheimnis ist unverletzlich und lässt keine Ausnahmen zu (CIC can. 983; KKK 1467). Der Priester darf dich durch kein Wort und auf keine andere Weise verraten, und er darf das Gehörte auch sonst nicht gegen dich verwenden.

Darf ich in einer fremden Gemeinde beichten?

Ja. Jeder Gläubige darf einem rechtmäßig bestellten Beichtvater seiner Wahl beichten (CIC can. 991). Viele Männer gehen gerade beim ersten Mal in eine Kirche, in der sie niemand kennt. Das ist völlig in Ordnung.

Quellen

Weiterlesen

Auch auf: How to confess porn: what to say to the priest (English)